Multitool Test – Alleskönner für Beruf und Freizeit

multitoolEgal ob beim Campen, Angeln, Jagen oder in Freizeit und Beruf – Multitools sind aufgrund ihrer verschiedenen Funktionen und der praktischen Größe ein Muss für jeden Hobbybastler und Profihandwerker.

Durch einen Befestigungsclip oder ein Leder- bzw. Nylonholster lassen sie sich leicht am Gürtel oder am Rucksack befestigen. Viele Pocket Tools sind so klein und handlich, dass sie sich auch einfach in der Hosentasche verstauen lassen.

Zangenwerkzeuge – die häufigste Form des Multitools

Die gängigste Variante sind Zangenwerkzeuge mit zusätzlich ausklappbaren Werkzeugen. Auch Schweizer Messer fallen unter die Definition der Multifunktionswerkzeuge. Diese werden jedoch häufig als eigene Gattung betrachtet und existierten bereits bevor der Begriff Multitool eingeführt wurde.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Spezialwerkzeuge für die unterschiedlichsten Zwecke und Anwendungsprofile, wie z. B. Fahrradwerkzeuge. Sie sind häufig für den Gebrauch unterwegs konzipiert. Wie der Name schon verrät, sind Zangenwerkzeuge mit einer Zange als zentralem Element ausgestattet. Im Griff befinden sich verschiedene andere Werkzeuge, so dass der Benutzer alle wichtigen Tools jederzeit dabei hat, ohne ständig einen schweren Werkzeugkoffer mit sich herumzutragen. Diese Form des Multitools wurde 1978 von Timothy S. Leatherman zum Patent angemeldet.

Die Klappfunktion der Zange unterscheidet sich bei den verschiedenen Modellen. Bei der klassischen Variante wird die Zange zwischen den beiden Griffschalen eingeklappt. Andere Werkzeuge weisen einen Schiebemechanismus oder einen seitlichen Klappmechanismus auf.

Auf Angeltour

In den meisten Fällen ist ein schneller einhändiger Zugriff auf die Zange garantiert. Am häufigsten findet man unter den Multitools Spitzzangen mit integriertem Drahtschneider oder Kombizangen. Die meisten Modelle sind zwischen 200 und 300 g schwer und zusammengefaltet etwa 10 bis 12 cm lang. Es gibt jedoch auch kleinere und leichtere Varianten, die sich sogar als Schlüsselanhänger tragen lassen.

 

Der Funktionsumfang

Der Funktionsumfang der Multifunktionswerkzeuge unterscheidet sich von Modell zu Modell. Nicht umsonst tragen sie das Präfix „Multi“ im Namen, das aus dem Lateinischen stammt und „viel“ oder „vielfach“ bedeutet. Neben der Zange mit Drahtschneider zählt das Messer zur Grundausstattung bei den meisten Tools.

Multifunktionswerkzeuge ersetzen den WerkzeugkofferUnterschieden wird hier in der Regel zwischen Klingen mit Glatt- und Wellenschliff. Klingen mit glattem Schliff ermöglichen einen gleichmäßigen glatten Schnitt und sind einfacher nachzuschärfen. Sind sie jedoch einmal stumpf, wird einem kein ordentlicher Schnitt mehr gelingen.

Messer mit Wellenschliff sägen mehr als das sie schneiden, können aber durchaus noch gute Dienste leisten, wenn sie schon etwas stumpf sind. Das Nachschleifen ist jedoch deutlich schwieriger. Für grobe Schnitte, z. B. zum Kürzen eines Seils, können sie in der Tat vorteilhafter sein. Daher werden insbesondere bei Outdoor Multitools gern Messer mit Wellenschliff oder kombinierte Klingen verwendet.

Weitere nützliche Tools, die aber nicht jedes Multifunktionswerkzeug zu bieten hat, sind Schraubendreher, Sägen, Feilen, Dosenöffner, Holzmeißel, Scheren und viele mehr. Einige Multitools verfügen darüber hinaus über verschieden große Bithalter und handelsübliche Bits, d. h. kurze auswechselbare Schraubendreherklingen für ein bestimmtes Schraubenkopfprofil.

Die üblichsten Formen hierfür sind Schlitz, Kreuzschlitz, Sechskant und Torx. Anzahl und Art der Bits unterscheiden sich sehr stark zwischen den Modellen. Wer auf ein bestimmtes Profil wert legt, der sollte sich vorher über den Lieferumfang informieren. Meistens lassen sich die Bithalter aber problemlos durch zusätzliche Bits ergänzen.

Die Materialien

HeimwerkerarbeitenUm die Korrosionsbeständigkeit und Stabilität der Multitools zu gewährleisten, verwenden die Hersteller für die Produktion der Werkzeuge in der Regel einen rostfreien Edelstahl (z. B. Typ 420HC oder S30V). Dabei gilt: je höher der Anteil rosthemmender Komponenten wie Molobdan oder Chrom desto geringer die Chance, dass sich Rostflecken bilden.

Der Kohlenstoffanteil im Stahl ist für die Härte und somit auch die Schärfe der Messer verantwortlich. Wem diese Faktoren beim Kauf wichtig sind, der sollte sich im Vorfeld über die verwendeten Materialien informieren. Um das Tool jedoch grundsätzlich vor Rost zu schützen, sollte man etwas Zeit in die Pflege investieren und es zumindest nach dem Kontakt mit Feuchtigkeit abwischen.

Für die Griffschalen werden von den Herstellern zum Teil andere hochwertige Materialien wie z. B. Aluminium-Legierungen oder Titan verwendet. Beide Materialien haben den Vorteil, dass sie sehr leicht sind, was insbesondere für das geringe Gewicht der Multitools eine wichtige Rolle spielt.

Zusätzlich bieten viele Modelle ein Lederetui oder Nylonholster, das sich leicht beispielsweise am Gürtel befestigen lässt. Die Qualität der Verarbeitung und die Stabilität der Holster schwanken jedoch stark, so dass man sich hierüber vielleicht zunächst in einem Geschäft einen Eindruck verschaffen sollte.

Was beim Kauf sonst noch zu beachten ist

Outdoor unterwegsZunächst sollte man sich im Klaren darüber sein, wozu das Multitool benötigt wird. Welche Funktionen soll es erfüllen? Auf was will ich auf keinen Fall verzichten? Da insbesondere die Funktionsvielfalt bei den unterschiedlichen Modellen sehr unterschiedlich ist, sollte man sich gut über die vorhandenen Funktionen informieren, um nicht im Nachhinein enttäuscht zu werden.

Multifunktionswerkzeuge eignen sich hervorragend als Outdoor-Werkzeuge, für unterwegs wie z. B. beim Campen oder Angeln. Einen gut sortierten Werkzeugkasten oder einen elektrischen Antrieb können sie bei aufwendigen Heimwerkerarbeiten allerdings nicht ersetzen.

Qualität hat ihren Preis! Das gilt sicherlich auch bei Multitools, auch wenn nicht unbedingt immer das teuerste Produkt das Beste sein muss. Dennoch sollte man sich gerade bei billigen Produkten die Materialien und Verarbeitung genau ansehen.

Ein gutes Multifunktionswerkzeug sollte mehrere Jahre halten; alles muss sich problemlos ein- und ausklappen lassen und die Werkzeuge dürfen nicht wackeln. Darauf geben namenhafte Hersteller sogar eine lebenslange Garantie. Das heißt wenn tatsächlich mal etwas kaputt ist, kann das Produkt zur Reparatur oder zum Umtausch eingeschickt werden.

Um einen guten Eindruck von den Produkten zu bekommen, lohnt sich vielleicht auch mal der Gang ins Fachgeschäft. Viele Produkte versprechen heute ein ergonomisches Design und ein angenehmes Griffgefühl. Im Geschäft lässt sich am besten ausprobieren, wie die verschiedenen Modelle in der Hand liegen und wie sie sich öffnen und schließen lassen. Für viele Käufer spielt gerade dieses Griffgefühl eine wichtige Rolle bei der Auswahl eines geeigneten Werkzeugs.

Multitools sind AllzweckwaffenWenn sie sich dann für ein Modell entschieden und dieses gekauft haben, sollten sie ihm auch gelegentlich etwas Pflege zukommen lassen. Wichtig ist, dass sie ihr Multitool trocken abwischen, wenn es mit Feuchtigkeit in Kontakt gekommen ist. Außerdem sollten sie es hin und wieder mit Wasser abwaschen, gut trocknen lasse und gelegentlich ölen.

Auch alkalische Reiniger und saure Reiniger, wie zum Beispiel Zitronensäure, eignen sich um Dreck und Flugrost zu entfernen. Das Nachschleifen von Klingen ist insbesondere bei Glattschliff kein Problem. Und wenn das Werkzeug verschraubt ist, können die Schrauben auch durchaus mal nachgezogen werden, damit alles wieder festsitzt.

Die meisten Multitools sind kleine kompakte Allzweckwaffen und mit ein bisschen Pflege werden sie auf lange Zeit zu ihrem täglichen Begleiter oder auch zur perfekten Notfallausrüstung im Urlaub oder auf Reisen.